Teil eines Werkes 
4. Th. (1844)
Entstehung
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ihrer ſehnſüchtigen Erwartung erſchien nicht. Bereits drängten ſich unbeſtimmte, bange Gefühle an die Stelle ihrer Hoffnung, als der Klang der Glocke ſich vernehmen ließ und Schritte gegen ihr Zimmer zu tönten.

„Jetzt kommt er! das iſt er!“ rief Carleſia, der Thüre zulaufend, in der Hoffnung, Adhemar zu ſehen; allein es war nur der Bediente: er hatte einen Brief in der Hand, den man ihm ſo eben für ſeine Gebie⸗ terin übergeben hatte. Carleſia nahm ihn zitternd; ſie erkannte ſogleich die Handſchrift ihres Gatten. „Er ſchreibt mir,“ ſagte ſie zu ſich,„er ſchreibt und kommt nicht! Aus welchem Grund? Sollte meine Hoffnung zu ſanguiniſch geweſen ſein? Sollte er mich wohl nicht mehr lieben?“

Inzwiſchen hatten ihre Finger bereits das Siegel erbrochen; nichtsdeſtoweniger hatte ſie nicht den Muth, dieß Papier zu leſen, auf welchem ihr Schickſal ge⸗ ſchrieben ſtand. Endlich überwand ſie ſich doch und las nun folgende Zeilen:

„Es iſt zu ſpät, Madame! Ich danke Ihnen für das Andenken, das Sie einem Unglücklichen ſchenken, allein ich kann nicht mehr an Ihre Seite zurückkeh⸗ ren. Nicht mein Stolz iſt's, der mir es verbietet; glaubte ich noch an Ihre Liebe, ſo würde ich der Stimme der meinigen gerne gefolgt ſein. Allein Sie brachen mir die Treue, ich habe den Beweis davon. Ich gab Ihnen Ihre Freiheit zurück und Sie machten ſich dieſelbe zu Nutze: Sie hatten vielleicht das Recht dazu; allein für mich gibt das den Grund