Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
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Erſtes Kapitel. Mathilde bei Carleſia.

Man ſchläft ſchlecht, wenn man eiferſüchtig iſt; es iſt dieß eine Leidenſchaft, welche die Nerven an⸗ greift, das Blut in Wallung und den Geiſt beſtändig in Spannung erhält. Man ſollte die Eiferſucht den trägen, phlegmatiſchen und zum Fettwerden geneigten Leuten als Heilmittel verordnen. Aber es iſt merk⸗ würdig, daß derlei Perſonen auch nie die leiſeſte Berührung dieſer Leidenſchaft empfinden.

Mathilde hatte die Nacht zugebracht eine Beute der Unruhe, des Argwohns und aller jener Qualen, welche die Eiferſucht im Gefolge führt, ungeachtet ſie bis jetzt noch keinen Grund zu ihren Befürchtungen hatte. Allein die Ungewißheit iſt oft noch peinlicher als die wahre Kenntniß eines Unglücks. Sie konnte es kaum erwarten, zu Carleſia zu gehen, ſie wieder zu ſehen und nach Bequemlichkeit auszufragen; ſie hoffte, wenn ſie ſich allein mit ihrer Freundin fände, würde ſie ihr alle ihre Geheimniſſe anvertrauen und ſie beſonders in alles Das, was ihre Verbindung mit Adhemar betraf, einweihen.