Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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ndaß Madame Valmiran ſehr hübſch iſt, ſie beſitzt eine köſtliche Würnure; ich bin recht froh, daß meine Frau ſo ausgezeichnete Freundinnen hat.

Herr Carcaſſonne, der auch ſeine Meinung über Carleſia geben wollte, fing an ſich zu ſchneuzen und ſagte dann:Dieſe Dame iſt, nach meiner Anſicht, und ich glaube, daß dieſe auch von Andern getheilt werden wird... dieſe Dame iſt, zumal beim erſten Anblick... denn. ſpäter hat ſie nichts mehr ſo Her⸗ vorſtechendes, dieſe Dame... Ganz recht, mein Freund! die Fortſetzung morgen, ſagte die kleine Dame.Hole mir meinen Shawl.

Die Meinungen, ob Madame Valmiran hübſch ſei oder nicht, waren getheilt. Adhemar war der Einzige, der nichts ſagte, wenn von ihr die Rede war, und das beſtärkte Mathilde noch in ihrem Argwohn.

Nachdem Adhemar ganz verkehrt geſpielt und

ſein Geld verloren hatte, ging er auch weg, von einem Blicke Mathildens begleitet, in welchem ſie ihm inhaltsſchwere Gedanken zu verſtehen gab. Aber er hatte kaum darauf geachtet, ſo groß war ſeine Zerſtreutheit; auf der Straße ging er vorwärts, ohne auf ſeine Schritte zu ſehen, und war ſehr in Gedanken vertieft, ſo daß er faſt an eine Perſon geſtoßen wäre, welche, ohne daß er ſie bemerkt hätte, neben ihm lief.

Ein ſpöttiſches Lachen ließ ihn die Augen er⸗ heben: er betrachtete dieſen Mann, an dem er an⸗ prallen wollte und erkannte bei dem ungewiſſen Schein der Straßenlaternen wieder jenen Menſchen, dem er ſchon ſo oft begegnet war.