aufzuſchieben... aber... ſehen Sie, ich glaube, daß Die, die am meiſten lieben, den wenigſten Widerſtand leiſten. Aergert Sie das, was ich hier ſage?— Nein... denn ich bin keine Kokette!... Auch liebe ich Sie, und fürchte mich nicht davor, es Ihnen zu ſagen.— Theure Mathilde, wie glücklich bin ich!— Aber wenn ich Ihnen das Opfer meiner Pflichten, meiner Ruhe bringe, ſo laſſen Sie mich wenigſtens mein Möglichſtes thun, meinen guten Ruf zu be⸗ wahren.— Halten Sie mich für fähig, den Schwätzer zu machen?— Nein, aber es iſt nöthig, die größte Klugheit anzuwenden. Morgen früh... will ich zu Ihnen kommen.— Zu mir!— Ja... nun, mein Herr, werden⸗Sie, wie ich hoffe, nicht mehr an meiner Liebe zweifeln.“
Adhemar iſt zu gleicher Zeit entzückt und troſtlos. Der Vorſchlag Mathildens erfüllt ihn mit Freude; aber der Gedanke, daß er nicht mehr allein wohnt, daß eine Perſon bei ihm in ſeinem Zimmer ſich auf⸗ hält, und daß er dieſe bis den andern Morgen nicht fortſchicken kann, iſt quälend für ihn. Mitten unter den Empfindungen, die ihn bewegten, gab er, ohne zu wiſſen, was er ſagte, zur Antwort:„Morgen... zu mir... wiel! Sie werden kommen... in der That!— Ja... da ich es Ihnen verſprochen habe.— Ach, wie gut ſind Sie, wie glücklich bin ich!...
Aber haben Sie keine Furcht, in meinem Hauſe Leuten
zu begegnen?— In einer Privatwohnung wäre das ein großer Zufall! Dann gibt es ja Ausreden... man ſucht einen Schneider, eine Strickerin, man will


