130 mich hier aufſuchen wollen.— Meiner Treul deſto ſchlimmer für ihn! Ich werde dieſen Herrn zum Beſten haben.— O, aber ich! Mir liegt an dem Sma⸗ ragdſchmucke, den er mir verſprach... findet er mich hier, ſo werde ich ihn nicht erhalten!— Was wollen Sie anfangen?— Oeffnen Sie nicht!— Unmöglich, man wird ſchon geſagt haben, daß ich da ſei.— In der That, wenn er es iſt... ſo wird er auf dem Gange warten... Kling, kling, ſchelle, ſchelle, Beſtie! Ich verſtecke mich!— Ich habe kein Verſteck!— O doch! halten Sie, in Ihrem Bette... es liegt eine
Maſſe Gegenſtände darauf... man wird mich nicht
bemerken.— Nein, nein, meine Nachbarin! nur nicht
in meinem Bette... ich bitte Sie inſtändig!“ Allein Fräulein Azema hörte nicht auf Adhemar;
ſie war bereits im Bett, kam nicht ohne Mühe dazu,
die Decke zu finden und machte ſich dann unter ſie,
indem ſie murmelte:„Es iſt doch da weit beſſer als auf einem Seſſel!“ 3 Und bald war ihr Kopf, ſo wie ihr übriger Leib, ganz unter den Ueberwürfen verſchwunden. Adhemar ſtand einen Augenblick wie verſteinert da.
Azema ſtieß einen Schrei aus und ſteckte ihren Kopf.
wieder mit den Worten aus dem Bett:„Ach, da iſt ja ſchon Eine d'rin! Das Ungeheuer! Jetzt nimmt mich's nicht mehr Wunder, daß er ſich nicht zum Früh⸗ ſtück hergeben wollte... Doch gleichviel... wir wer⸗ den uns nicht rühren... denn es ſcheint mir, die hier befindliche Perſon möchte ſo wenig als ich hier ange⸗ troffen werden. Nun gut, jetzt können Sie öffnen.“


