108 ſich hatte. Die Börſe Bourdichons ſtand ihm jedoch
zu Dienſt: man iſt immer bereit, Perſonen, die man
für reich hält, Geld vorzuſtrecken; überdieß war Ma⸗ rilly noch nie mit einer Spielſchuld im Rückſtand geblieben. Der Klang der Nuſik, die Hitze, der Punſch, Alles vereinigte ſich, Tänzer und Spieler in Feuer zu ſetzen. Adhemar indeſſen verlor ſein Geld mit einer Kaltblütigkeit, einer Gleichgültigkeit, welche das Staunen der Gallerie erregte; es hatte ſeinen Grund darin, weil er unter den Perſonen, die um den Tiſch ſtanden, öfters Mathilde erblickt hatte, die immer neue Vorwände fand, ſich wieder in die Nähe des Hazardſpiels zu machen. Da hefteten ſich dann ihre Blicke auf Adhemar, und dieſer, konnte er wohl aufmerkſam auf ſein Spiel ſein, wenn ſein ganzes Weſen mit dieſer Frau beſchäftigt war, wenn er jede ihrer Bewegungen, jeden ihrer Blicke belauerte!
„Sie ſind nicht glücklich dieſen Abend, Herr Ma⸗
rilly!“ ſagte der Türke, indem er das Gold an ſich zog, das der junge Mann auf einen Wurf verſpielt hatte.—„Nicht glücklich!“ verſetzte Adhemar, der ſah, daß ihn Mathilde zärtlich anblickte.„O, ent⸗ ſchuldigen Sie, ich finde mich ſehr glücklich dieſen Abend!— Das iſt etwas Anderes; Sie finden ſich glücklich, zu verlieren... Jeder nach ſeinem Geſchmack! — Das iſt, weil Herr Marilly ſehr ſchön ſpielt,“ ſagte der Gatte Mathildens.„O, in dieſem Punkt kenne ich ſehr wenige, die den unglücklichen Wechſel
des Spiels mit ſolcher Ruhe aushalten. Wenn ich z. B. etwas anhaltend verliere, ſo werde ich zwar


