Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
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gezwungen, Commiſſionär zu werden, ich mußte Geld verdienen. Wahrſcheinlich um Ihre Eltern zu unterſtützen?.

Paul ſchlägt die Augen nieder und erwiedert leiſe:Ja, ja, mein Herr, aus Rückſicht für dieſe. Ach, ich begreife Sie! ruft Herr Vermoncey aus. Sie ſind ein guter Sohn, Sie haben Ihre Hoff⸗ nungen, Ihre Zukunft der Nothwendigkeit, für Ihre armen Eltern zu ſorgen, aufgeopfert... armer Junge, das iſt ein edles Betragen... Sie müſſen aber nun⸗ mehr ein Gewerbe aufgeben, welches nicht für Sie paßt... ja, ja, ich nehme es auf mich, Ihnen ein

anſtändiges, einträgliches Geſchäft zu verſchaffen.

Ach, mein Herr! wie viel Güte erweiſen Sie mir. Ei, das iſt nicht mehr als Menſchenpflicht! Man ſieht wohl, daß Sie nicht zum Commiſſionär geboren ſind! Können Sie ſchreiben? Ja, mein Herr, ich habe eine ziemlich hübſche Handſchrift, ich kann auch rech⸗ nen. Gut! ſeien Sie ganz beruhigt, ich finde Ihnen ſchon eine Stelle. Ich kann Ihnen gerade nicht da⸗ vor ſtehen, daß es ſchon in den nächſten Tagen ge⸗ ſchehen wird, denn in Paris ſind die Stellen ſo ge⸗ ſucht, daß es ſelten eine vakante gibt, aber ich ſtehe Ihnen dafür, es wird nicht allzulange dauern; ehe drei Monate vergehen, ſollen Sie ſich in einer an⸗ dern Lage befinden! Mein Gott! Herr Vermon⸗ cey, wodurch habe ich mir ſo viel Theilnahme erwor⸗ ben? Vor allen Dingen durch das, was Sie das erſte Mal, als ich Sie ſah, bei der Nachforſchung nach meinem Sohne, für mich gethan haben, und außerdem haben Sie mir auf den erſten Blick gefal⸗

len, ich merkte gleich, daß Sie ein braver Junge ſind... Zählen Sie von nun an auf mich, ich will

die Stelle Ihres verſtorbenen Beſchützers vertreten. Ach! mein Herr..

Paul macht unwillkürlich eine Bewegung, ergreift Herrn Vermoncey's Hand und führt ſie zu ſeinen Lip⸗