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Erſtes Kapitel. Die Nätherinnen.
Stellet euch acht junge Mädchen in einem großen Arbeitszimmer vor, in welchem nichts als ein großer Tiſch und Stühle ſtehen. 1
Auf dieſem Tiſche befinden ſich verſchiedene Sei⸗ den⸗, Leinen⸗ und Mouſſelin⸗Stoffe; eine zahlloſe Menge der Länge, der Breite, ſpitzig oder rund zu⸗ geſchnittener Stücke; angefangene, faſt fertige und erſt zugerichtete Kleider; Bänder, Schnüre, Spitzen; kurz, eine Maſſe den Nätherinnen unentbehrlicher Gegenſtände, welchen dieſelben eine Form, Anmuth und Werth zu verleihen wiſſen, und worüber ſich zu beklagen thöricht von uns Männern wäre; denn man gibt ſich nur ſo viele Mühe, um uns zu gefal⸗ len, und wenn die Frauen nicht eitel wären, wären wir am ſchlimmſten angeführt.
Die acht jungen Mädchen ſitzen um den großen Nähtiſch herum, auf dem zugeſchnitten wird; man
darf nicht vergeſſen, daß die Kleidernätherin keine
gewöhnliche Arbeiterin, ſondern eine Künſtlerin iſt. Dieſe Frauenzimmer mögen in einem Alter von
fünfzehn bis achtundzwanzig Jahren ſein. Das mitt⸗
lere Alter derſelben iſt etwa zweiundzwanzig; einige


