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ſei ihm in der That gleichgültig, wenn Paul die Veilchenhändlerin erobere. Der Letztere verſuchte es, die Hand ſeines Kameraden noch einmal zu ergrei⸗ fen, und fuhr fort:„Wir wollen nicht mehr von Baſtringuetten ſprechen! Deine Streitigkeit mit ihr geht mich nichts an... und außerdem ſeid ihr mor⸗ gen wieder mit einander verſöhnt. Aber ich bitte Dich inſtändig, trinke dieſe ungeheure Maſſe Brannt⸗ wein nicht: es iſt ſehr ſchädlich, Du könnteſt daran ſterben!— Bah! bah! außerdem wäre mir das ei⸗ nerlei.— Die Wette iſt abgeſchloſſen! man kann nicht mehr zurück,“ ſagt Johann Ficelle, ſich die Hände reibend.—„Ja, das iſt eine heilige Sache!“ fügt Labouſſole bei, der ſich endlich, nachdem nichts mehr zu trinken auf dem Tiſche ſtand, auch entſchloſ⸗ ſen hat, aufzuſtehen, und ſich gleichfalls unter die Leute miſcht, welche Sanscravate und Cagnoux umgeben. „Ich kenne nichts Heiligeres als eine Wette. Einſt hatte ich gewettet, daß ich einen ungeheuren gebacke⸗ nen Karpfen ſammt den Gräten eſſen wolle! Als ich drei Viertheile verſchluckt hatte, fühlte ich mich nahe am Erſticken... aber ich hatte gewettet und aß fort. Es blieb mir eine Gräte im Halſe ſtecken, und ich war in Folge davon ſechs Monate krank... aber ich habe die Wette gewonnen, welche zehn Sous ge⸗ golten hatte, und die Ehre war gerettet!“
Der Kellner bringt eine große Flaſche mit Brannt⸗ wein; während er das ungeheure Glas füllt, nähert ſich Paul abermals Sanscravate und ſagt zu ihm: „Ich bin vernünftiger als die Andern und Dein


