Teil eines Werkes 
1. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dieſe Madame Plays für ein Weib iſt!... Bei Tiſche hatte ſie auch dem Madeira und Champagner gehö⸗ rig zugeſprochen, es ging ihr aber nicht wie Saint⸗ Clair: ſie hatte keine Luſt, Thränen zu vergießen, ſondern ſie fing mit einer Leidenſchaft und einer Ra⸗ ſerei zu tanzen an, daß man ſie nicht mehr zurück⸗ halten konnte. Da wir Alle ſehr aufgeheitert waren, ſchlug man vor: den eigentlichen Cancan zu tanzen. Die prächtige Herminie tanzt ihn ſo gut als eine Griſette der Chaumiére, und weit toller als die Loretten des Sanct⸗Georgius⸗Balles. Ach! Sie hät⸗ ten uns Zwei ſehen ſollen! Wir waren wirklich be⸗ wundernswürdig; die übrigen Damen der Quadrille hatten längſt ſchon ihre Plätze verlaſſen, aber Ma⸗ dame Plays tanzte mit mir und ſechs Herren, wovon drei die Stelle der Damen einnaymen, fort!... Man ſchloß einen Kreis um uns... Es war wirklich merkwürdig anzuſehen. Ich hörte allerdings mehrere Perſonen ſagen: meine Tänzerin habe zu viel Cham⸗ pagner und Madeira getrunken, aber ich bin der Ueberzeugung, daß ſie in ihrem natürlichſten Zuſtande der ärgſten Thorheiten fähig iſt. Und Madame Baldimer? Tanzte nicht mehr, lachte aber ſehr. Es iſt überflüſſig, zu fragen, ob Du das Aben⸗ teuer zu Ende geführt haſt? O! es war ſo leicht.. ich verſichere euch, derartige Eroberungen haben nichts Pikantes für mich, ſie ſchmeicheln nicht einmal der Eitelkeit. Es ſind erſt vierzehn Tage, ſeildem ich dieſen Sieg errungen, und ich hege bereits keinen eifrigern Wunſch, als dieſer gefühlvollen Herminie