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Kamajö hervor, eine lange Haarkette fiel um ſeinen Hals über die Weſte herab, an welcher ein kleines, viereckiges Lorgnon hing, das er bisweilen am rechten Auge hatte. In der Hand trug er ein ſehr ſchönes Rohr, mit einem großen goldenen Knopfe, das er von Zeit zu Zeit, in der Mitte haltend, hin und her
ſchwang. Dieß war Tobias Pigeonnier. Sein Vor⸗
name ließ vermuthen, daß er in der jüdiſchen Reli⸗
gion auferzogen war; aber ſo oft man ihn über
dieſen Punkt zu Rede ſtellte, that er, als ob er es
übel nähme, daß man ihn für einen Abkömmling
Jakobs halte.
Wir wollen das Geſpräch dieſer Herren m it an⸗ hören, das iſt das beſte Mittel, ihre Bekanntſchaft zu machen.
Albert Vermoncey erzählt ſeinen beiden Freunden eben eine Anekdote, die ſehr zu beluſtigen ſcheint:
„Ja, meine Herren, es war bei der letzten Soirée der Madame Baldimer... Ihr wiſſet, jener Ameri⸗ kanerin, die bei ihrer Ankunft in Paris Aufſehen erregte, weil ſie ſehr ſchön, ſehr geiſtreich und überhaupt ſehr auffallend war!— Und man ſie für reich hielt,“ verſetzte Cöleſtin.„Iſt ſie es nicht?“ frägt Tobias Pigeonnier, indem er ſich mit dem großen Goldknopfe ſeines Stockes um die Naſe fährt. —„Man zweifelt allmälig daran... ſie giebt nur noch ſelten große Eſſen..— Wenn ſie aber deſto häufiger kleine giebt, ſo kommt es auf Eines heraus. — Wie dumm doch der Tobias iſt!. Laßt mich meine Geſchichte vollends erzählen: Madame Plays


