. . 98 Jede Hoffnung auf ihren Beſitz ſoll ich fahren laſſen. Ich vergeſſe, daß ſie nur ein Landmädchen ohne Namen und Vermögen iſt, und ſie weigert ſich, mein zu ſein!“
„Wer ſagte Dir das?“
„Sie ſelbſt, ich verlaſſe ſie ſo eben.“
„Und welche Gründe gibt ſie Dir an?“
„Schuldigen Gehorſam gegen einen Mann, der ihr verbietet, mich wieder zu ſehen...“
„Man hatte mich alſo nicht getäuſcht!“ rief Al⸗ fred nach einer Weile aus.
„Wie? was willſt Du damit ſagen?“
„Höre! Als ich in der vorgeſtrigen Nacht den alten Thurm viſitirte, fand ich wirklich Jemand dort, jenen Vagabunden, den wir ſo oft im Gebirge tra⸗ fen; er gab vor, er habe ſich bei Nacht ins Schloß
geſchlichen, nur um mich insgeheim zu ſprechen und er ſagte mir nun, Iſaura ſei Deiner Liebe unwür⸗
dig, und ſchon lange ſei ihm ihre Aufführung ver⸗ dächtig, jetzt aber habe er die Gewißheit erlangt, daß ſie ſich Nachts in's weiße Haus begebe, um einen Mann zu beſuchen, der erſt dort eingetroffen ſei...
„Die Treuloſe!... ſie geht Nachts zu ihm!... und ich, ich ehrte ihre Unſchuld... ſcheute mich, ihre Reize zu beflecken!... Ach! mein Freund! die Wei⸗ ber!... die Weiber!... ich erſticke... ich kann nicht mehr.. eine Centnerlaſt drückt mich zu Boden, bringt mich um!...“
„Komm Eduard, ſei ein Mann... faſſe Dich... verdient ein Weib, welches uns verräth, daß wir
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