Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

97

Gatte 1... ja, ich werde ſo vieler Reize, ſo vieler

Unſchuld würdig ſein! Ach! ich kenne die Welt hinlänglich, um zu wiſſen, daß ich nichts darin finden kann, das Dir zu vergleichen wäre... doch wir leben nur unter uns, für uns... Mein Vermögen iſt mehr als hinreichend, um unſere Wünſche zu befriedigen... ich kaufe ein kleines Landhaus in einer lachenden Gegend und wenn mich mein Hang zum Theater zu⸗ weilen nach Paris ruft, werde ich mit neuem Ver⸗ gnügen mich in Deinen Armen für das Stadtleben entſchädigen. Ach! dieſer Lebensplan verſpricht mir das glücklichſte Loos... Sag mir, ob er auch Dein Glück machen würde?

Seit einigen Augenblicken ward Iſaura nachdenk⸗ lich, ihre Augen verloren den Ausdruck der Freude, der ſie belebte; traurige Erinnerungen, neue Ge⸗ danken ſchienen ſie zu erfüllen; Eduard gewahrt dieſe Veränderung, denn jedes, ſelbſt das unbedeutendſte Gefühl malt ſich alsbald in ihren Zügen.

Was haſt Du denn? fragte er unruhig. Iſt Dir's leid, daß ich in Deiner Seele geleſen, daß ich weß, daß Du mich liebſt?

O! nein.. das iſt's nicht, erwidert die Kleine ſeufzend. Warum ſollte ich Dir verbergen, was ich empfinde; man muß immer ſagen, was man denkt, nicht wahr? Ja, immer. Aber vielleicht thue ich Unrecht, Dich zu lieben!... ich hätte vorher... wiſſen ſollen.. Ich hatte nicht geſucht, mich zu ver⸗ theidigen... was ich bei Deinem Anblick fühlte, war ſo ſüß..

Paul de Kock. XXV. 7