„Man kann ſich über ſein Unglück, ſein Elend betäuben; welche Seelenſtärke man aber auch haben mag, ſo iſt es doch unmöglich, jedes Andenken an glücklichere Zeiten aus ſeinem Gedächtniß völlig zu verwiſchen.“
Nachläſſig ſtreckt ſich der Unbekannte auf den Raſen aus und blickt Eduard an, wobei er ſagt:„Ahl Sie glauben das!... Und ver ſagt Ihnen, daß ich mein Unglück nicht verdient habe, daß mich nicht meine ſchlechte Aufführung, meine Leidenſchaft, ſo weit ge⸗ bracht haben?“
„Wäre das, ſo fände ich darin nur einen Grund weiter, Ihnen zu dieren... Man muß weit un⸗ glücklicher ſein, wenn man es durch eigene Schuld ggeworden iſt.“
„Glauben eir, daß ich nach Zoroaſters Lehre lebe und jeden Tag eine ſtrenge Prüfung vor meinem Gewiſſen beſtehe 2... Wahrlich nein!... Seit langer Zeit ſind ich und mein Gewiſſen die beſten Freunde
voon der Welt, und zwar aus dem guten Grunde, daß wir nie miteinander ſprechen... Haben Sie Schnupftabak bei ſich?“
„Nein, ich ſchnupfe nicht.“
„Schade... Es koſtet Teufelsmühe, hier herum welchen aufzutreiben! Nun, ich werde ihn entbehren — man gewöhnt ſich an Alles!... Früher hätte ich
2 geglaubt, daß man eben ſo gut auf freiem Felde, Als in einem Bett ſchlafen könne; jetzt befinde ich * mich herrlich dabei!... Ich geſtehe indeß, das Brod
der Gebirgsleute iſt etwas grob.. es ſchmeckt nicht Maul de Kock. XXV. 2.


