Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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100 mann der Gegend, um mit Ihnen zu plaudern, Iſaura? Nein, Herr... nie!.. Und iſt unter den Reiſenden, die durch das Thal kommen, nie einer, wie ich, zurückgekehrt, um Sie aufzuſuchen? Nein, Herr;... aber es iſt ſehr ſelten, daß Fremde hier vorbeikommen, denn das Thal liegt an keiner beſuch⸗ ten Straße, und die Bergbewohner, welche Reiſende führen, vermeiden ſtets das weiße Haus.

Wieder trat ein Augenblick des Schweigens ein. Eduard betrachtete das Mädchen aufmerkſam und dieſe folgte ihren Ziegen mit den Blicken auf die Berge; fallen ihre Augen zufällig auf Eduard, ſo lächelt ſie ihm freundlich zu, nicht mit dem Lächeln der Koket⸗ terie, ſondern dem der Unſchuld, die keine Gefahr in dem Vergnügen ſieht, das ſie erzeugt.

Man hat mir in Chadrat geſagt, nahm Eduard

wieder das Wort, daß Leſen nicht Ihr einziges Ta⸗

lent ſei... ſie ſingen auch! Ja, mein Herr, ich ſinge oft;... ich habe nichts Beſſeres zu thun!... aber ich glaube, ich ſinge ſehr ſchlecht. Und wer hat Sie denn Lieder lehren können, die in dieſer Gegend unbekannt ſind?

Eine leichte Röthe färbt Iſaurens Wangen; mit geſenkten Augen antwortet ſie:Ein Reiſender, der ſich einige Zeit bei uns aufhielt. Lebte Ihre Mut⸗ ter noch? O freilich! Herr!

Eduard ſchwieg; wider ſeinen Willen drängte ſich ihm dunkler Argwohn auf. Ihn zu zerſtreuen, ſieht er das reizende Mädchen an, deſſen Züge die reinſte

Unſchuld ausdrückten. Da er ſeine Abweſenheit, oder

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