ſtier vor mich hinſchauen, ohne den Schein zu haben, als ob ich ſehe, und lehrte mich mit offenen Augen zu ſchlafen; da mir aber dies die Augenlieder angriff, ſo erlaubte er mir die Augen zuzumachen, wenn wir nur Bauern oder arme Teufel zu kuriren haben würden.
Jetzt kamen die Tränke an die Reihe; mein Herr hatte keinen Vorrath mehr davon, und es war drin⸗ gend nöthig, neue zu bereiten. Indeſſen ich etwa fünfzehn kleine Fläſchchen zu dieſem Zweck rein machte, ließ Meiſter Gravyraicus aus dem Dorfe die nöthigen Pflanzen, Wurzeln und Ingredienzien herbeiholen. Er zündete ein Feuer an, entlehnte von unſerem Gaſtwirth alle mögliche Schalen und Näpfe, ſo daß unſer Zimmer, worin Alles bunt durcheinander ſtand, jetzt nach dem Ausdruck meines Begleiters das An⸗
ſehen eines chemiſch⸗magiſchen Laboratoriums erhielt.
„Nun,“ fragte ich meinen Buckligen, während er Klettenkraut ſchabte und ich Zimmet ſtieß:„wozu ſoll das dienen, was Ihr jetzt bereitet? Ich will wohl Euer Helfershelfer ſein, aber doch nur unter der Bedingung, daß Ihr mich auch in Eure Geheimniſſe einweiht.— Ihr ſollt Alles wiſſen, Freundchen, unter uns bedarf es keiner Geheimniſſe. Ich mache jetzt einen Liebestrank, und das iſt eben nicht ſehr ſchwer; es gehören dazu nur zuſammenziehende Ingredienzien, Spirituoſa und einige Reizmittel. Ich laſſe Zimmet, Nelken, Vanille, Pfeffer, Zucker und Branntwein zu⸗ ſaummenkochen. Hat man davon getrunken, ſo wird man verliebt, und wenn der, welcher meinen Liebes⸗


