Teil eines Werkes 
4. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

ich habe ſie nicht wiedergeſehen. Ich hörte niemals von ihr ſprechen, nirgends war etwas von ihr zu vernehmen! Aber nichts weiter davon, Oberſt! be⸗ rühren Sie dieſe Saite nicht, ſie klingt ſchmerzlich! Vergib mir, Freund, es thut mir leid, daß ich das geſagt habe; aber ich hielt dieſe Geſchichte für beendigt! Bei uns Soldaten, ſiehſt Du, dauert die Liebe gewöhnlich nicht ſo lange. Es iſt in Ordnung, vergeſſen wir die Sache und gehen wir zu dem Ge⸗ neral.

Der General Bloumann bewohnte ein ſchönes Ho⸗ tel in der Straße Saint⸗Honoré. Die beiden Freunde ſtiegen eine mit Teppichen belegte Treppe mit einem vergoldeten Geländer hinauf; ſie traten in ein hell⸗ erleuchtetes Vorgemach, wo ſie beim Eingang zum Saale einen Jäger fanden, der mit der Anmeldung der ankommenden Perſonen beauftragt war.

Roger ſagte zu dieſem:Melden Sie den Oberſt Noger und den Herrn Prosper Breſſange.

Beim Namen Prosper Breſſange zuckte der Jäger zuſammen und ſchnitt eine ſonderbare Grimaſſe, allein die beiden Freunde achteten nicht darauf. Indeſſen machte der Bediente eilig die Thüre auf und meldete die beiden Herren.

Der Oberſt führte Prosper in einen prachtvollen Saal ein, der bereits mit Menſchen angefüllt war.

Elegante Frauen, Offiziere, Künſtler und Gelehrte

unterhielten ſich ſtehend oder ſitzend miteinander; zwei Spieltiſche waren ſchon beſetzt, und in einem Neben⸗ zimmer ſpielte man Klavier.