Teil eines Werkes 
2. Th. (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5* 121

Prospey hielt ſich einen Augenblick für das Spiel⸗ werk eines Traumes; denn wenn wir ein Glück er⸗ leben, ſo fürchten wir immer, es möchte eine Täuſchung

ſein; nicht ſo iſt es mit der Trübſal der Fall, die

wir immer als eine alte Bekanntſchaft aufnehmen. Indeſſen war ihm dieſes Glück wirklich begegnet, er hielt den Brief in ſeinen Händen, der es ihm verkündete, und war faſt über ſich ſelbſt böſe, daß er durch den Tod dieſes armen Durouleau dazu gelangte, wflcher ihm ſelbſt im Scheiden noch ei⸗ nen Beweis der für ihn empfundenen Anhänglich⸗ keit gab.

Aber in dem vorliegenden Falle war es ſehr natürlich, daß die Freude den Sieg über das Be⸗ dauern davon trug. Tauſend Gedanken, tauſend Hoffnungen ſtiegen in Prospers Seele auf; beſonders entzückte ihn der Beſitz des Graf Trevilliers'ſchen Gutes, jener ſchönen Herrſchaft, wo Camilla ihre Jugendzeit verlebte, und deren Verluſt ſie fortwährend bedauerte, da ihr einziges Glück, ſeit ſie nicht mehr das Recht hatte, ſie zu bewohnen, darin beſtand, ſich in den Umgebungen derſelben zu ergehen. Die Einbildungs⸗ kraft eines Verliebten reicht weit! Schon ſah ſich Prosper als Camilla's Gatte, und führte ſte in den Wohnſitz ihrer Väter ein..

Der neue Erbe beeilte ſich, ſeine Wirthe den Brief leſen zu laſſen, den er eben erhalten hatte;

ddiieſe theilten ſeine Freude... Poupardot küßte und

beglückwünſchte ihn; Eliſe gab ihm die Verſicherung, er verdiene ein ſolches Loos, und ihre Worte waren

4