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zu ſtehen, falſch beurtheilen, ihm Gefühle zuſchreiben, welche nie die ſeinigen waren! aber ſo wird faſt immer die Geſchichte geſchrieben!... Wenn dies der Fall ſein ſollte, ſo betrüben Sie ſich nicht, Fräulein; Alle, die Ihren Herrn Vater kannten, wiſſen, daß er ein rechtſchaffener Mann und kein Verſchwörer war, und wenn Sie je in ſein Vaterland, nach Holland kommen, ſo werden Sie finden, daß ſein Andenken geehrt und ſein Namen von all ſeinen Mit⸗ bürgern geſchätzt wird.“
Pauline hörte Maximus mit andächtiger Aufmerk⸗ ſamkeit zu und als er geendet hatte, erwiderte ſie: „Ich danke Ihnen für das, was Sie mir über meinen Vater geſagt haben; auch ohne dies war mir
ſein Andenken theuer, aber es iſt jederzeit erfreulich, Gutes von ſeinen Eltern zu hören.“
„Die liebe Kleine, rief Mutter Bertholin aus; ſie hat ganz ihrer Mutter Stimme!... und wie ſie ihr ähnlich fieht!... ihre Naſe... ihre Augen... Arme Dame!... wenn ich mir ſie vorſtelle... ſie kam auch öfters zu uns, mein Kind, um mir guten Tag zu ſagen... oder ſich nach meinem Befinden zu erkundigen... ſie ſchämte ſich ebenfalls nicht, in die dürftige Wohnung armer Leute zu kommen Ol ſie war ſo liebenswürdig, ſo anmuthig!... mein Gott! mein Gott! und mußte ſo ünglücklich ſterben!““
„Genug, Mutter, genug.. ſagte Maximus, Sie ſe⸗ hen ja, daß Sie das arme Fräulein zu Thränen rühren!“
„Ol das thut nichts, fiel Pauline ein, ich will lieber weinen und von meiner Mutter ſprechen hören!“


