Teil eines Werkes 
3. Th. (1843)
Entstehung
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Gehe nicht zu ihr, mein Kind, es iſt unnothig, Louiſe bleibt im Hauſe. Aber, Vater, weil die Mutter geſagt hat...

Aber ich ſage Dir das Gegentheil und bin allein Herr hier.

Erneſtine ſchwieg, denn ihr Vater hatte eine ſtrenge Miene angenommen, die bei ihm einen unabaͤnderlichen Entſchluß anzeigte. Dann begab ſich Herr von Noir⸗ mont zu ſeiner Gemahlin und ſprach in kaltem, aber im⸗ ponirendem Tone zu ihr:

Madame, Sie ſind ſehr launenhaft, man bemerkt dies daran, wie Sie zuweilen Ihre Tochter behandeln, aber Sie dehnen Ihre uͤble Stimmung bis auf arme Dienſtboten aus, und das kann ich nicht zugeben. Die junge Louiſe, die als Erneſtinens Kammermädchen in unſere Dienſte trat, iſt rechtſchaffen und klug, und ihr Benehmen ſo tadellos wie ihre Sitten; ich halte es fuͤr ſchwierig, wieder eine aͤhnliche zu finden, und Sie wollen ſie fortſchicken, Madame?... Sie wollen, daß ich ein brauchbares Maͤdchen aus dem Hauſe jage, weil ſie Ihnen ohne allen Grund... mißfaͤllt.. weil Sie Ihrer phantaſtiſchen Laune wegen ſchlimmer als jemals zu be⸗ dienen ſind! Nein, Madame, das kann nicht ſein; die Gerechtigkeit geht mir uͤber Alles!... und dieſes junge Maͤdchen bleibt im Hauſe, weil es eine ungerechtigkeit waͤre, ſie fortzuſchicken!

Frau von Noirmont erwiderte kein Wort; ſie beugte das Haupt und ſchien niedergeſchmettert.

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