Teil eines Werkes 
3. Th. (1843)
Entstehung
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Maͤdchen Schweigen, aber nach wenigen Augenblicken begann ſie wieder:

„Man tanzt alſo hier nicht, Mutter?“

„— Nein.. habe ich Dir geſagt, daß wir auf einen Ball gehen?“

„— O nein, aber zuweilen wird in den Geſellſchaften getanzt.. dann iſt's weit unterhaltender!“

„— DOu denkſt nur ans Vergnuͤgen und Tanzen!“

„— O! es macht mir ſo viel Freude, der Vater hat mir verſprochen, dieſen Winter einen großen Ball zu geben.“

„— Einen großen Ball!... ach! ich hoffe, daß er dieſen Gedanken aufgibt!“

„— Warum denn, iſt's Dir nicht Recht, Mutter?“

„— Schon gut, ſchweige nur!“

Das Maͤdchen ſchwieg mit einer lieblich ſchmollenden Miene, dann faßte die Mutter lebhaft ihrer Tochter Hand, druͤckte dieſelbe in den ihrigen, und ſagte in ſanf⸗ terem Tone mit einem Ausdruck tief gefuͤhlter Wehmuth zu ihr:

„Ich betruͤbe Dich, Erneſtine, Du liebſt Deine Mut⸗ ter deßhalb nicht!“

Statt aller Antwort fuͤhrte das junge Maͤdchen die Hand der Mutter zum Munde und kuͤßte ſie, indem ſie fluͤſterte:

„O! Du weißt wohl, daß ich Dich liebe!...“

Als ſich Erneſtine ploͤtzlich umwendete, gewahrte ſie Cherubim, der beinahe auf keinem Fuß mehr ſtehen konnte. Der Anblick des jungen Mannes, welcher eine ſo ſonder⸗ bare Figur machte, nothigte Erneſtinen ein Laͤcheln ab, das

Paul de Kock. VII. 2