Teil eines Werkes 
3. Th. (1843)
Entstehung
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ſtand der Dame ſo gut, daß ſie jenen Gemaͤlden glich, die einen von Wolken umhauchten weiblichen Kopf dar⸗ ſtellen.

Madame Celival bedankte ſich bei der ſchoönen Blon⸗ dine, daß ſie ihr die Gefaͤlligkeit erzeigt habe, trotz ihres leidenden Nerven⸗Zuſtandes, der Soiree beizuwohnen. In einiger Entfernung war ein großer, ſehr langer, ſehr haͤßlicher und ſehr duͤrrer Herr mit einem Ordensbande und einem rabenſchwarzen Backenbarte; ſein ebenſo glaͤn⸗ zender, an beiden Enden aufgeſtutzter Schurrbart gab ihm einige Aehnlichkeit mit einer Katze. Wenn man mit ihm ſprach, nannte man ihn Oberſt.

Ein junger Mann, deſſen geſcheitelte und mit weibi⸗ ſcher Zierlichkeit gelockte Haare, deſſen regelmaͤßige, aber etwas rauhe Geſichtszuͤge an jene antiken Koͤpfe erinnern, die unſere Hiſtorienmaler den Helden des ehemaligen Roms verleihen, ſtand an einen Kamin gelehnt; er wendete kaum ſeine Augen von den auf dem Divan ſprechenden Damen ab, ſchien jedoch keine laͤnger zu betrachten, als die andere.

Neben dem Fortepiano, denn ein Fortepiano muß nothwendig im Saale ſein, waren mehre junge Per⸗ ſonen, die in Taſchenbuͤchern blaͤtterten und Muſikalien durchgingen; ſie waren nicht alle huͤbſch, aber alle hochſt geſchmackvoll gekleidet, und in ihrem ganzen Weſen lag ſo viel beſcheidene Anmuth, daß auch die Nichtſchönen dennoch reizend waren.

Muͤtter beſprachen ſich in weiterer Entfernung; die einen waren mit einer Eitelkeit gekleidet, als wollten ſie ihre Toͤchter uͤberſtrahlen; die andern mit einfacher, ge⸗