Erſtes Kapitel. Der Eintritt in die Welt.
In einem praͤchtigen, von Kerzen ſtrahlenden Saalé i der Straße Saint⸗Lazare war eine elegante, ſchon zahl⸗ reiche Geſellſchaft verſammelt, die ſich zwar nicht ſowohl intim als vielmehr witzig und ſcherzhaft unterhielt. Geiſt⸗ reiche Leute laſſen zuweilen ein Wort in der Unterredung
fallen, waͤhrend anmaßende Schwaͤtzer, die nie etwas Vernunftiges zu ſagen wiſſen, beharrlich das Wort
fuͤhren.
Madame Celival war in der That, wie ſie Monfre⸗ ville zeichnete: ſchoͤn, anmuthig, kokett; ſie warf von Zeit zu Zeit ihre Augen in den Spiegel, um ſich der guͤnſtigen Wirkung ihres Putzes zu verſichern; ſie theilte ſich in alle Anweſende mit jenem eigenthuͤmlichen Ta⸗ lente einer Frau, welche in der Welt zu leben gewohnt iſt; ſie behielt jedoch ein zaͤrtlicheres, ſanfteres Laͤcheln fuͤr ihre Courmacher zuruͤck.
Neben dem Divan, worauf ſich die Hausherrin ſetzte, befand ſich eine junge, huͤbſche, ganz in Gaze und Krep gekleidete Blondine; Schleier und Echarpen umhuͤllten ſie ſo, daß kaum ihre reizenden Geſichtszuͤge durchblickten; ihre ganze Kleidung war weiß und roſenroth, und dies


