18
und fortwaͤhrendes lautes Gelaͤchter. Endlich wurde der Kutſchenſchlag gedffnet, Herr Darena ſtieg zuerſt aus, ſein Anzug war noch abgenuͤtzter, als der geſtrige; deſſen ungeachtet entwickelte er aber die gebildetſten Manieren, als er ſich den von ihm mitgebrachten Perſonen beim Aus ſteigen behuͤlflich zeigte.
Die erſte war ein junges, als Spanierin gekleidetes
Frauenzimmer, die zweite als Odaliske maskirt, die dritte
als Schweizerin und die vierte in das pikante Coſtuͤm einer Neapolitanerin vermummt. Alle viere waren jung, huͤbſch, anmuthig, wohlgeſtaltet, hatten lebhafte, ſchel⸗
miſche, verliebte Augen; und in der Art, wie ſie aus
der Chaiſe huͤpften, lag eine erſtaunliche Anmuth und Leichtigkeit; uͤberhaupt aͤußerte ſich in ihren Schritten und in ihrem ganzen Benehmen eine ungewoͤhnliche Un⸗ gezwungenheit.
Die Doͤrfler machten große Augen. Herr Gerondif
that, wie wenn er die ſeinigen niederſchluͤge, riß aber jeden Augenblick eines davon auf; der Notar blickte Mon⸗ freville verwundert an und fragte:
„Was ſoll das Alles heißen?“
Monfreville lachte hell auf und entgegnete:
„Wahrhaftig! ich glaube, er iſt geſchickter, als
wir!...
Unterdeſſen nahm Darena zwei dieſer Damen bei der Hand und ſprach:
„Kommen Sie, Roſina, Malvina... folgen Sie uns Coelina und Foedora!.. wir wollen dem jungen Marquis von Grandvilain unſere Ehrerbietung bezeugen .... Wo iſt er?.. gut, ich ſeh' ihn ſchon, jener junge


