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fortwährend dieſes Geheimthun? Jetzt, da Sie meiner Liebe nachgegeben haben, wollen Sie immer noch eine Unbekannte für mich ſein...— Sie ſollen mich ſpäter kennen, ich ſchwöre es Ihnen; wenn Sie aber jetzt ſich weigern, zu thun, was ich fordere, werden Sie mich nie wieder ſehen!— Nie!... wohlan, ich
will Ihnen gehorchen... ich verdanke Ihnen zu viel
Glück, um Ihnen nicht meine Dankbarkeit dadurch an den Tag zu legen, daß ich Ihren geringſten Wün⸗ ſchen nachkomme... ich verlaſſe Sie... werde ich Sie aber bald wieder ſehen?...— Ja.. bald... ich werde Ihnen ſchreiben...— Bedenken Sie, daß ich Ihnen nicht ſchreiben kann, da ich nicht weiß..— Seien Sie ruhig, Sie werden Nachricht von mir erhalten.. Adieu.— Noch einen Kuß, ehe wir uns trennen..— Nein.. nein... Ol es iſt ge⸗ nug.. ich bitte Sie, zögert Sie nicht mehr!“ Sie hat mir zu viel gewährt, als daß ich ihr in irgend etwas zuwider ſein möchte. Ich ziehe die Schnur, der Kutſcher hält und öffnet den Kutſchen⸗
ſchlag; es fängt an ein wenig hell zu werden. Meine
Dame hat ihren Schleier herabgelaſſen; ſie ſenkt den Kopf und nimmt nur mit einem Händedruck Abſchied. Ich ſteige aus der Citadine, die ſich bald ent⸗
fernt, und ſo ſtehe ich neuerdings in der Straße.
Da ich keine Luſt mehr zum Spazierengehen habe,
ſuche ich mich auszufinden, ich laufe ein wenig... Ah!... endlich kenne ich mich aus!... ich bin in dem Viertel Saint⸗Honoré... in der Straße des Mauvaises Paroles(der Afterreden)... dieſer 1
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