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ſich den Perſonen, die uns lieben, zu erkennen ge⸗ ben; und ich, wenn ich einmal ganz gewiß bin, daß Sie mich lieben, werde Ihre Neugierde befriedigen, bis dahin aber, werde ich Ihnen nichts weiter ſagen: wenn Sie fürchten, ſich bloßzuſtellen, indem Sie mit mir ausgehen, ſo ſteht es Ihnen frei, es nicht mehr zu thun.“
„Mein Gott! Sie können dies glauben? oder habe ich mich wirklich ſo ungeſchickt ausgedrückt?... Kurz Madame, was muß ich thun, damit Sie von meiner Liebe überzeugt werden?— Ol ich bin ſehr ſchwer zu überzeugen... Aber horchen Sie... hören Sie kein Jammern... Geſchrei?
Ich horche auf und höre in der That Etwas wie Jammertöne: es kommt mir ſogar vor, als ſei es ſehr nahe bei uns.
Meine Unbekannte drückt mir ſtark den Arm und ſagt:„Ach, mein Gott! diesmal habe ich ſehr Furcht... man packt ohne Zweifel Jemanden an... — Wenn dies der Fall wäre, würde man nach Hülfe, nach der Wache rufen!... Sehen Sie aber nicht da unten... mitten in der Straße, etwas Weißes?— Ja..— Wir wollen ein wenig vor⸗ wärts gehen.— Wenn es Diebe wären...— Wenn es eine Perſon wäre, die Hülfe nöthig hat..
Nun denn! gehen wir vorwärts, aber vorſichtig, ich bitte Sie darum!“
Wir machen einige Schritte auf das Weiße zu, das wir erblicken. Meine Gefährtin drückt ſich an mich; ich ſtrecke den Hals, beuge den Kopf


