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Ich fuͤhle kein Verlangen, nun noch weiter Etwas hinzuzuſetzen. Meine Reiſe, und daß Melida mich am ganzen erſten Tage begleitete, weißt Du bereits. Auch wirſt Du wohl wiſſen, daß der edle Edward von H*r mir nach Ver⸗ lauf eines Jahres nochmals ſagte, daß er nur bei mir und nirgends außerdem ſein Gluͤck auf Erden finden koͤnne, daß er ſich aber nach meiner kurzen lebensmuͤden Antwort auf eine lange ſchon von ihm beabſichtigte Reiſe ins Ausland begab, die jedoch durch Napoleons Sturz wahrſcheinlich ſeinen groͤßten Lichtpunkt fuͤr ihn verloren hat.
Mit den entſetzlichen Mittheilungen, die ich von Meliden dann und wann uͤber Otto erhielt, will ich Dich verſchonen. Wenn man auf einem ſchrecklichen abſchuͤſſigen Felſen ein⸗ mal anfaͤngt auszugleiten und herabzufallen, ſo geht es immer ſchneller und ſchneller. Es iſt eine truͤbe, aber eine wahre Erfahrung. We⸗ der Geſundheit noch Vermoͤgen koͤnnen bei dem Leben, dem ſich Otto nun ergeben hat, lange ausreichen; moͤge— wenn Beide verloren ſind — Gott ihm in ſeiner Milde eine wahre, auf⸗
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