Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

207

verzogen bedauernd den Mund, als er ging, und zum dreizehnten Mai ward meine Abreiſe feſtgeſetzt.

Der Arzt hatte mir verordnet, daß ich aus⸗ fahren ſollte, ſo bald ſchoͤnes Wetter eintraͤte. Ich hatte dagegen aus mehreren Gruͤnden pro⸗ teſtirt. Da aber meine beharrliche Weigerung anfing eine Verwunderung zu erregen, die leicht in Mißdeutung uͤbergehen konnte, ſo entſchloß ich mich auf Melida's ausdruͤcklichen Rath, ei⸗ nige Tage vor meiner Abreiſe einmal auszufah⸗ ren, um die Luft zu verſuchen und zu ſehen, wie viel ich vertragen koͤnnte. Mein Verſuch gelang ſehr gut. Ich befand mich ſehr wohl darauf und ſah keine Spur von ihm, den ich vor allen Andern wiederzuſehen fuͤrchtete, um nicht in der kaͤrglichen Ruhe erſchuͤttert zu werden, die ich durch meine lange Krankheit, durch meine mannichfachen Schmerzen und durch meine allmaͤhlig erworbene Seelenſtaͤrke theuer genug erkauft hatte, und um mir ſagen zu koͤn⸗ nen, daß ich Ottonn eigentlich nie als den Angehoͤrigen einer Andern wiedergeſehen haͤtte, denn in dem ſchoͤnen Augenblicke, wo wir

II. 14