Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

33„ ſchlagen. Schreiben durfte und konnte ich nicht, ich war zu ſchwach und krank, und doch fuͤhlte ich den brennenden Wunſch, den armen, leiden⸗ den Otto durch einige freundliche Worte zu troͤſten. Unterdeſſen verging die Nacht und der folgende Tag, ohne daß ich einen Ausweg fand, Otto'n einige Worte des Troſtes zukommen zu laſſen. Die Tante war fuͤnf Minuten bei mir geweſen, der Onkel auch ungefaͤhr fuͤnf Minuten; im Uebrigen war ſich Alles gleich geblieben, außer daß ich nichts von Otto hoͤrte. Endlich ließ er ſich ſein Buch wieder ausbitten; aber— Gott weiß, woher dieſer ploͤtzliche Entſchluß— ich ließ ihm ſagen, daß ich es noch nicht geleſen haͤtte. Nachdem mich Minna mit dieſer Antwort verlaſſen hatte, fand ich bei genauerem Nachdenken, daß dieß die deutlichſte abſchlaͤgliche Antwort war, die ich ihm geben konnte.

Nun hoͤrte ich von Otto nicht das Min⸗ deſte zwei lange, jahrelange Tage hindurch, die mir durch nichts verkuͤrzt wurden, als durch entſetzliche Bruſtſchmerzen, durch meine Thraͤ⸗ nen, durch die Beſuche des Arztes, durch die

II. 3*