5 durchdringenden weiblichen Blick unmoͤglich ver⸗ borgen bleiben konnte.
Pauline gewann mit jedem Tage mehr Macht uͤber mich, theils durch ihre Ironie, theils durch ihren originellen Witz, der mich unendlich er⸗ goͤtzte, theils durch ihre augenblickliche Artigkeit und Freundlichkeit, die ich fuͤr ein Zeichen von Zuneigung und ſpaͤt erwachter Freundſchaft hielt. Zu meiner Beſchaͤmung muß ich beken⸗ nen, daß ich mir jetzt nur ſelten Zeit nahm, an Meliden zu denken. Ich ſah ſie auch nur ſelten, denn waͤhrend des eigentlichen Winter⸗ carnevals war ſie bei weitem nicht ſo oft mit der Generalin und Emilien in Geſellſchaft, als waͤhrend des Herbſtes, und je mehr ich mich Paulinen naͤherte, deſto verſchloſſener und un⸗ zugaͤnglicher wurde Melide gegen mich. Auch trugen einzelne Worte, die Pauline dann und wann uͤber Melida's Eigenſinn, verſchloſſenen Character und Kaltſinn gegen Alles, was au⸗ ßer ihr ſelbſt lag, hinwarf, nicht wenig zu der Kuͤhle bei, die zwiſchen uns zu herrſchen an⸗ fing. Ich glaubte, Pauline muͤßte daruͤber am beſten urtheilen koͤnnen, da ſie mit Meliden


