Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

193

verlor mich in Muthmaßungen uͤber Otto, der mir von Reuem ein Raͤthſel zu werden begann, denn ſo bald wir Beide mit ſeinen Eltern allein waren richtete er faſt nie ein Wort an mich und ſchien in Furcht zu ſein, daß ſie den unbedeutendſten, zwiſchen uns gewechſelten Blick bemerken moͤchten.

So mochten ungefaͤhr ſechs bis acht Minu⸗ ten vergangen ſein, als die Thuͤr leiſe aufging und Otto leiſe, auf den Fußſpitzen ſchleichend, hereintrat, die Thuͤr geraͤuſchlos wieder ſchloß, ſich unruhig im Zimmer umſah und, als er ſich allein und ſicher wußte, auf mich zueilte und mich mit krampfhafter Heftigkeit an ſein Herz druͤckte, ungeachtet meiner(vielleicht nur ſchwa⸗ chen) Verſuche, mich ſeinen Armen zu entreißen.

O, nun habe ich Dich wieder! ſprach er.Und jetzt, nur jetzt von meinem ganzen Leben bin ich gluͤcklich!

Ich dachte faſt daſſelbe; aber ich bat Ot⸗ to'n flehentlich, ruhig zu ſein und ſich nicht ſo heftig, nicht ſo ſtuͤrmiſch zu benehmen. Er gab ſich Muͤhe, meine Bitte zu erfuͤllen, und wir fetzten uns vertraulich in eine Fenſternieſche,

J. 13