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eine Secunde unſchluͤſſig ſtehen, zog ſie aber haſtig zuruͤck, um nicht in Verſuchung gefuͤhrt zu werden. Otto ſchien dieß zu ahnen, denn er blieb eine Minute an meiner Thuͤr ſtehen; dann aber ſprach er:„Du biſt ein Engel!“— und ging ſtill in ſein Zimmer.
Noch nie habe ich dem Allvater mit ſo feu⸗ riger Andacht ein Dankopfer gebracht, als an dieſem Abend im Vollmaaße der Seligkeit, die ich uͤber Otto's Liebe fuͤhlte. Den Ball, meine Aufnahme daſelbſt, meine zahlreichen eiteln Tri⸗ umphe— Alles, Alles vergaß ich uͤber dem einzigen Gedanken an Otto's Liebe. Auch an Dich, gute, wuͤrdige Großmutter, hatte ich nun Zeit und Ruhe zu denken. Ich malte mir den Tag, wo ich und er, knieend vor Dir, Deinen Segen aus Deinen zaͤrtlichen Haͤnden empfan⸗ gen ſollten. Ich weinte vor reiner Freude und laͤchelnder Hoffnung. Wohl ſtoͤrten mich zuwei⸗ len die Toͤne der Tanzmuſik, die noch in meinen Ohren brauſ'ten, wohl ſchwebte noch dieſes oder jenes Bild des verfloſſenen Abends an meiner Phantaſie voruͤber, Melida's ernſte und bedenk⸗ liche Worte, Edwards vorwerfende Blicke, Pau⸗


