Ottiliens Taͤuſchungen.
Es war an einem Juliabend, als Du und ich, liebe Großmutter, ruhig und vergnuͤgt bei un⸗ ſern Erdbeerſchaalen in der großen Lindenlaube ſaßen, in welche ich, ohne Dein Wiſſen, unſere kleine Abendmahlzeit hatte bringen laſſen. Du laͤchelteſt heiter uͤber meinen Einfall; ich ſuchte eifrig nach den groͤßten und reichſten Beeren fuͤr Dich und ſchoͤpfte die dickſte Haut von der leckern Milch ab— ebenfalls fuͤr Dich. Aber gerade in dieſem— damals eben ſo, wie ſpaͤter in der Erinnrung— ſchoͤnen Augenblicke hoͤrten wir das Rollen eines Wagens, das ſich immer mehr und mehr naͤherte. Du hielteſt inne mit Eſſen, ich hielt den Zuckerloͤffel mit ſtummem Erſtaunen, mit Erwartung und einer angeneh⸗


