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3* Nachdem der Baron und ſeine junge Tochter, be⸗ wundernd und bewundert, über mehrere Plätze und durch einige Hauptſtraßen gegangen, traten ſie in Herrn Bonniers Buchladen, und dort ſagte der edle Baron zu dem jungen Mann, der die Honneurs machte:„Hören Sie einmal, mon ami, wiſſen Sie vielleicht, wo der Hofmarſchall von G. wohnt?“ Als er nun von dieſem eine befriedigende Antwort erhielt, ſchickte er ſich alsbald an, weiter zu gehen, drehte ſich aber vor der Thüre um und ſagte zu ſeiner lieben Corona in einem veralteten Franzöſtſch:„Nein, das geht nicht an, daß man nur ſo fragt und dann weiter geht, ohne Etwas zu kaufen. Such Dir Etwas aus, mein Kind!“ Die liebe Corona ließ ſich das nicht zwei Mal ſagen, ſondern kaufte ſogleich Mamſell Taglioni und den Doktor Hagberg, ein Geſangbuch und ein weltliches Liederbuch, und mit dieſen verſchiedenartigen Gegenſtänden wurde Olſſon belaſtet, worauf man geraden Wegs nach dem großen Haus in der Regierungsſtraße zuſteuerte, welches der Commis höflich und zuvorkommend als die Wohnung des Hofmarſchalls bezeichnet hatte.
Im Vorbeigehen wurde die liebe Corona in aller Eile auf dem Guſtav⸗Adolphs⸗Markt dem größten Namens⸗ vetter des Barons vorgeſtellt,*) und der halbe Seufzer, welchen der Baron ausſtieß, war vielleicht der letzte, welcher den in ehrender Erde ruhenden königlichen Gebeinen gewidmet wurde.
„Nun, Du alter ehrlicher Herzensbruder und Freund, ſei mir tauſend Mal willkommen!“ rief beim Eintritt des Barons der Hofmarſchall mit ſo gut geſpieltem Entzücken,
*) Nämlich Guſtavs II. Adolphs Statue.
A. d. U.


