Zehnter Geſang. 291
X. G. V. 998— 1010.
Stand er auf Sinai. Himmel und Erde, ſo daͤucht es ihm, wollten
Fliehn! hinſinken! vergehn! Der Endlichkeiten Er⸗ halter
Staͤrket' ihn, daß er nicht ſelbſt hinſank, und ver⸗
3 ging! Das Entſetzen
Ließ mit dem eiſernen Arme jetzt von ihm ab; doch war er
Ganz Erſtaunen noch, ganz noch Wehmuth. Die ſinkende Rechte
Hielt arbeitend das flammende Schwert, und in Schimmer erblaßten
Seine blutiggeroͤtheten Strahlen, die, jeder ein Blitz, gluͤhn,
Zuͤcken und toͤdten, wenn er von dem Richter zu toͤdten geſandt iſt.
So von des ſterbenden Gottverſoͤhners Anblick er⸗ ſchuͤttert,
Sank er gegen den Huͤgel des Todes aufs Angeſicht nieder,
Anzubeten, eh' er die Befehle Jehovah's vollbraͤchte. Seine Stimme, verwandelt in leiſe Laute des Trau⸗ — rens, Donnerte nicht, wie vordem; doch hoͤrte der Heili⸗
3 gen Kreis ihn.
T 2


