Zehnter Gefang. 277
X. G. V. 3⁰4— 817.
Nun Jahrtauſende ſchon, von Antlitz zu Antlitz, die Gottheit!
Einer Seligkeit voll, die wir druͤben am Grabe vergebens,
Auch mit den reinſten Gedanken vom Schoͤpfer, rangen zu denken,
Schauen wir Gott! Denn es ward, uns ward die Suͤnde vergeben!
Um des Todes willen, der dich, geſchlachtetes Opfer
Fuͤr die Verbrecher! erbarmender, dich jetzt toͤdtet, vergeben!
Aber an dieſem Tage der zweiten Schoͤpfung, an dem du,
Mittler, das ganze Menſchengeſchlecht zu des Ewi⸗ gen Anſchaun,
Wenn ſie nicht widerſtreben, zuruͤckfuͤhrſt! alle ver⸗
foͤhneſt!
Aller Suͤnde vernichteſt, und ſie der Strafe der Suͤnde,
Jenem gefuͤrchteten ewigen Tod', allmaͤchtig ent⸗ reißeſt!
An dem Tage, da du auch fuͤr mich, Gott Mitt⸗ ler, dich opferſt: Darf ich mich meiner Suͤnde, mit ſtiller Wehmuth, erinnern! Nicht, daß ich waͤhne, du werdeſt noch Einmal mit mir ins Gericht gehn;


