Erſter Geſang. 41
I. G. V. 118— 133.
Unempfindbar, und wenn du ſie auch mit dem Zor⸗ ne der Gottheit
Toͤdteteſt, unempfindbar! Ich ſeh den naͤchtlichen Garten
Schon vor mir liegen, ſinke vor dir in niedrigen Staub hin,
Lieg', und bet', und winde mich, Vater, in To⸗ desſchweiße.
Siehe, da bin ich, mein Vater. Ich will des all⸗ maͤchtigen Zuͤrnen,
Deine Gerichte will ich mit tiefem Gehorſam er⸗ tragen.
Du biſt ewig! Kein endlicher Geiſt hat das Zuͤr⸗ nen der Gottheit,
Keiner je, den Unendlichen toͤdtend mit ewigem Tode,
Ganz gedacht, und keiner empfunden. Gott nur vermochte
Gott zu verſoͤhnen. Erhebe dich Richter der Welt!
3 Hier bin ich!
Toͤdte mich, nimm mein ewiges Opfer zu deiner Verſoͤhnung.
Noch bin ich frei, noch kann ich dich bitten; ſo thut ſich der Himmel
Mit Myriaden von Seraphim auf, und fuͤhret mich
. jauchzend,
Vater, zuruͤck in Triumph zu deinem erhabenen Throne!
Aber ich will leiden, was keine Seraphim faſſen,
Was kein denkender Cherub in tiefen Betrachtungen
. einſieht;


