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Margret flog die Treppe hinauf: blutroth trat ſie vor den Vater, denn ſie meinte, Jeder müſſe ihre Schuld auf ihrer Stirne leſen, und erwartete vom Vater hef⸗ tigen Tadel, der aber war weich wie man ihn ſelten ſah, bot ihr die Hand und ſagte:„Ich habe es ſchon geſtern Abend von den jungen Geſellen gehört, du biſt Braut und haſt, das muß ich ſagen, einen wackern Burſchen mitgekriegt. Sieh, Margret, das freut mich, denn nun hab ich auch dich verſorgt, mein letztes Kind — und mein liebſtes, ſetzte er leiſe hinzu, nun es mit
mir auch einmal zu Ende geht.“ 4 Weinend übep die Güte des Vaters ſtürzte Margret —
an ſeine Bruſt und ſuchte ihm die Todesgedanken aus⸗ zureden.„Nein,“ ſagte der Alte,„laß das: mein Lebtage bin ich geſund geweſen, und die ſtarken Bäume brechen am erſten: ſo wie heut war mir's noch nie zu Muth.,
Nach neun Tagen kniete Margret am Sarg des Vaters: er war an einem hitzigen Fieber verſchieden. Neben ihr ging Nikola zum Kirchhof, da er ſich nun als zur Familie gehörig anſah. Die beiden Brautleute beſchloſſen nach der Sitte ein Jahr zu warten, und kamen von jetzt an, da Margret ohnehin wegen ihrer Trauer keinen Tanz beſuchte, nur noch in andrer Leute Geſellſchaft zuſammen, wo ſie denn ganz unverholen ſich als Braut und Bräutigam küßten und vertraulich unter einander plauderten. Bei der Freiheit, die auf dem Lande im Verkehr der jungen Leute herrſcht, dachte über jenen nächtlichen Heimgang aus dem Schützenzelt


