185 Ruſſen unternommen und dieſe mit großem Verluſt in ihre Boote zurückgetrieben.
Die Boote, die bereits flott waren, wurden ange⸗ halten und nun entſpann ſich erſt ein ganz verzweifelter Kampf, die Ruſſen verſuchten immer abzuſtoßen, wäh⸗ rend die Tſcherkeſſen die Boote umgaben und anhielten, das Schiffsvolk in's Waſſer zogen und die Soldaten, die noch weiteren Widerſtand leiſteten, niederhieben; als die Feinde jedoch ſahen, daß man ſie ihrem Schickſale über⸗ ließ, hörten ſte auf zu fechten und baten um Gnade.
Es wurde eine große Anzahl zu Gefangenen ge⸗ macht, die Ruſſen hatten im Ganzen mehr als die Hälfte der Truppen verloren, die ſie zu landen verſucht hatten. Auch viele von ihren Booten blieben geſtrandet am Ufer zurück. Sobald die, welche auf den Schiffen zurückge⸗ blieben waren, ſahen, daß ihre Truppen eine gänzliche Niederlage erlitten hatten, eröffneten ſie von neuem eine furchtbare Kanonade auf die Tſcherkeſſen, welche ihre Todten und Verwundeten ſammelten und ſich in den Schutz des Waldes zurückzogen, wo ſie den Feind über⸗ wachen konnten ohne ihr Leben ſo ſehr auszuſetzen.
Selem blickte ängſtlich nach Zara umher. Sie war unverſehrt entkommen. Sie hielt ihr Schwert— wel⸗ ches früher Alp geführt hatte,— und das vom Blute der Feinde noch rauchte, feſt in der Hand, und zog ſich langſam zurück, ohne von den in dichten Maſſen um ſie her fallenden Kugeln, welche noch in der Stunde des Sieges Viele erlegten, beſchadet zu werden.
Die Patrioten bewachten ihre Feinde mit Luchs⸗ augen, da ſie beſorgten, ſie möchten einen zweiten Ver⸗ ſuch machen zu landen. Aus dem Walde wurde in allen Richtungen ein ununterbrochenes Feuer auf die zurück⸗ ziehenden Boote und Schiffe gegeben, welche noch durch Gewehrkugeln erreicht werden konnten, wodurch dieſe ihren Rückzug noch mehr beſchleunigten, um ſchneller aus dem Bereiche derſelben zu kommen. Der Feind hatte eine hinreichende Lektion erhalten. In kurzer Zeit waren


