Teil eines Werkes 
7.-9. Bdchen (1846)
Entstehung
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armte ſeine Tochter, die ihm entgegenlief; koſtbare Thrä⸗ nen der reinſten Freude füllten ihre glänzenden Augen, daß ſie ihn wieder wohlbehalten zurückkehren ſah. Wir wollen es nicht verſuchen, das Wiederſehen von Thad⸗ deus und ſeiner ſchönen Geliebten zu beſchreiben; er fühlte ſich ſelbſt wohl dafür belohnt, daß er ſich der Sache ihres Landes angeſchloſſen hatte.

Der Tod war während ihrer Abweſenheit im Thale auch nicht müßig geweſen. Die Ahnungen des ehrwür⸗ digen Fürſten Aitek Tcherei waren in Erfüllung gegan⸗ gen; reich an Jahren wie an Ehren war er den Tag nach ihrer Abreiſe zu ſeinen Vätern heimgegangen. Er war mit allen durch das Herkommen vorgeſchriebenen Ceremonien beerdigt worden und ſein Stamm mußte nun einen Nachfolger wählen, der für würdig erachtet wurde, ſite im Kriege anzuführen und bei ihren Bera⸗ thungen in Friedenszeiten den Vorſitz zu führen. Nach dem letzten Willen des ſterbenden Häuptlings, den er den Aelteſten des Stammes übergab, ſollte ihm Alp in ſeinen Beſitzungen folgen, im Falle dieſer ſtele, ſollten ſte auf Selem übergehen; unſer Held kam alſo durch den traurigen Tod ſeines Freundes in Beſitz eines be⸗ deutenden Vermögens.

Die Aelteſten und Bedeutenderen des Stammes ver⸗ ſammelten ſich nun, um über dieſen wichtigen Gegenſtand zu berathen; die Augen Aller fielen auf Selem. Seine Tapferkeit im Feld und ſein artiges Benehmen hatten ihm Aller Herzen gewonnen; wenn ſie ihn wählten, bekamen ſie nicht nur einen tapferen, ſcharfſinnigen An⸗ führer, ſondern dieſe Wahl verhinderte auch alle Eifer⸗ ſucht, die ſehr wahrſcheinlich entſtanden wäre, wenn ſie einen aus ihrer Mitte gewählt hätten. Selem Gherrei wurde deßhalb einſtimmig gewaͤhlt, dieſen tapferen und zahlreichen Stamm zu befehligen. Unſer Held war nun in jedem Sinne des Worts ein Tſcherkeſſen⸗Häuptling, und er erwies ſich immer als ein braver und edler.

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