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ſie ſelbſt war. Er ſchoß oft mit ſeiner Flinte einen Vogel aus der Luſt, den ſie nicht mehr erreichen konnten, und gewann durch dieſe ſeine Fortſchritte in dem was ſie am meiſten bewunderten, ſchnell ihre Herzen.
Er fieng jedoch an zu bereuen, daß er ſeinen Freund nicht in's Lager begleitet hatte und klagte ſich ſelbſt über Mangel an Freundſchaft gegen ihn an.
Wir ſagten ſchon, daß Ina ſich danach ſehnte die freie Luft der Berge zu athmen, ohne in ihrer Freiheit durch die langſamen Schritte der alten Kahija beſchränkt zu ſeyn. Obgleich ſie die ſchüchterne Zara nicht über⸗ reden konnte ſie zu begleiten, ſo behauptete ſie doch häufig ihre Unabhängigkeit, indem ſie nur von ihrem Pagen begleitet fortgieng. Nach ihrer Rückkunft hörte ſie mit ruhiger Miene die ſtrengen Lektionen an, die ſie für dieſen Verſtoß gegen das Decorum erhielt und war ent⸗ ſchloſſen es bei jeder Gelegenheit zu wiederholen. Wie vergnügt war ſie, wenn ſie gleich einem Hirſche mit dem ſie in Flüchtigkeit rivaliſirte, durch die ſchattigen Wälder floh. Dann erſtieg ſie wieder die Spitzen der Berge um die friſche reine Luft einzuathmen und vergaß über den Anblick der ſchönen Berge, Thäler und Ströme das Elend, durch welches das Land heimgeſucht war.
Gegen Ende eines lieblichen Tages verließ ſie das Frauengemach mit ihrem Pagen, der ſie nun ſchon zu lieben gelernt hatte, nicht ſowohl aus Zuneigung für ihren Bruder als wegen ihrer eigenen trefflichen Eigen⸗ ſchaften; als ſie durch das offene Thor umherſchaute und Niemand ſah, der ſie an ihrem Ausfluge hätte hindern können, nahm ſie ihren Weg durch den Wald gegen ein Thal, das ſie ſchon lange auszubeuten gewünſcht hatte, und das nur in geringer Entfernung vom Hauſe lag. Es war ein lieblicher Ort, der urſprünglich eine Spalte in den Bergen war und ſich allmälig durch das Herab⸗ ſtrömen von Winterbächen vergrößert hatte. Durch die Sommerhitze war der Strom in ein dünnes helles Bäch⸗ lein geſchmolzen, das an einer Stelle einen glänzenden


