Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchen (1846)
Entstehung
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2⁰4 für jede Wache; die Caravane durfte auch, nachdem alle Karren durchſehen worden waren, ungeſtört weiter ziehen.

Als ſie in kurzer Entfernung von den Thoren au⸗ ßerhalb der Stadt einen großen Zuſammenlauf von Men⸗ ſchen bemerkte, fragte der verwundete Mann um die die Urſache des Gedränges.Es iſt nur, weil einige wenige Leute die Strafe der Knute bekommen, antwor⸗ tete einer der Karrenführer, der dieß als etwas ganz na⸗ türliches betrachtete.

Als ſie dicht am Richtplatze vorüberfuhren, ſah, der Verwundete einen der unglücklichen Verbrecher, der frei daſtand und eben bereit war, die Strafe zu erdulden. Er ſtieß einen Schrei aus und ſchien gehen zu wollen, um den Verbrecher zu retten; ſeine Schwäche erinnerte ihn jedoch an ſeine Unfähigkeit zu gehen, und er ſank mit einem Blicke zerknirſchten Bedauerns auf ſeinen Sitz zurück. Der junge Bauer, der dieſe Bewegung bemerkte, ſprang ſchnell in den Wagen, und feuerte ſein Pferd zu einem ſtärkeren Schritte an.

Pſt, Herr, Pſt! Wollen Sie alles durch Mangel an Vorſicht verderben? ſagte er,nichts kann den ar⸗ men Bauern retten, und ich weiß, er würde eher ſterben, als Sie in Gefahr bringen. Die Kunde, daß Sie frei ſind, wird ihn vollkommen entſchädigen.

Die Caravane fuhr auf ihrem Wege weiter und Staubwolken verbargen die häßliche Scene vor ihren Augen, und vielleicht ſelbſt unter dieſer knechtiſchen Bande von Karrenführern hob ſich manche Bruſt entrüſtet über die Grauſamkeit, von der ſie Zeuge waren; denn ſie wußten, daß leider der Unſchuldige zu oft die Strafe die dem Schuldigen allein gehörte, ausſtehen muß; Keiner von ihnen wagte jedoch, ſeine Gedanken auch nur gegen ſeine Kameraden auszuſprechen. Lange Zeit konnte der junge Bauer ſeine vorige Heiterkeit nicht wieder erlan⸗ gen, nachdem er wieder auf ſeinen Poſten an der Seite des Karrens zurückgekehrt war; endlich fieng er jedoch wieder zu plaudern und zu lachen an wie zuvor, und