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den hellen Himmel ſeht, hat naͤchtlich leicht
ein Wetter ſich geſammelt, blitzgeſchwaͤngert. So folgt mir denn im Geiſt nach jenem Meer,
nach dem Canal, ins heitre Gallien,
und nach dem ſtolzen Eiland, das Neptun mit wilden Wogen jedem Feind verſchanzt. Nach fernen Tagen wendet Euer Aug',
wo hohe Kraft bei feſtem Glauben wuchs, der Lorbeer mit der Mirte ſich verſchlang, und, ſie beſchuͤtzend, kuͤhner ſich erhob. Zwar nie geboren ward die Wunderwelt, wovon die Liebe und der Glaube fabelt.
Die Gegenwart umgiebt Vergangenes
mit ſuͤßer Traͤume roſ'gem Zauberſchein;
das goldne Alter ward vom ſilbernen erzeugt, und jene ſanfte Schaͤferwelt
war Tochter, nicht die Mutter, blut'ger Zeit; der fruͤhern Tage Wunderkraft und That beſang der Harfner, und der Enkel glaubte, und neidete der Vaͤter ſelig Loos,
das ſie den Ahnen laͤngſt beneidet hatten; ſtets lebte nur der Glaube, nicht das Wunder; doch ward vom Glauben Wunderthat geboren.
Melpomene.
Und Glauben fodr' ich heute auch von Euch,
ſo Euch geliebt, an meiner Hand zu wandeln! Denn, wie die Hirtin auf der Fruͤhlingsflur nicht jede Blume, nur erwaͤhlte, bricht, um einen Kranz von ſolchem Farbenſpiel,
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