Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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noch immer gleichgültig, ſchob ſeinen Stuhl zurück und ſtand mit einem Geſicht, auf dem ungefähr: Viel Lärmen um einen Bettler! in verzerrten Buch⸗ ſtaben zu leſen war, haſtig auf.

Aber, mein Herr! Sie mißbrauchen das Recht der Gaſtfreundſchaft! donnerte Otto, der jetzt ſeine ganze Faſſung verlor, und ſtürzte auf den ſich ihm nähernden Fremden

Mon ami! ah mon fils! erwiederte der Al⸗ te, der auf ein Mahl recht ordentlich gehen konnte und das Tuch von dem ſehr hellſehenden linken Au⸗ ge abriß, mit dem zärtlichſten AusdruckO mein Herr! Sie haben mich nicht verläugnet o meine ſchöne Braut, Sie haben mich Vater genannt! Rur davon wollte ich mich überzeugen; nur darum wagte ich dieſe weite Reiſe und ließ die Radſpeichen in Stücken hauen

Er konnte nicht weiter ſprechen. Otto, Adel⸗ heid, der biedere Oberforſtmeiſter, alle Gäſte be⸗

ſtürmten ihn mit Lobſprüchen und Umarmungen;

der dankbare Otto nannte, ſeine Adelheid küſſend, dieſen Augenblick den ſchönſten ſeines Lebens. Laßt mich denn die wenigen Tage noch bey

zeuch verleben! ſagte der Alte, und zog mit der

Linken ein Papier aus dem Buſen, indeß alle An⸗ weſende nunmehr die rechte Hand für ſehr täuſchend aus Wachs geformt erkanntenHier, mein Sohn, ſind Fhre Anweiſungen zurück. Zur Laſt werde ich Söne nie fallen; ich ziehe jährlich zwoͤlfhundert