— 183
en, es mußte ein feineres, weiter umgreifendes Retz ausgeworſen werden!
Dem vorgeblichen Spanier und Genueſer recht
zur gelegenen Zeit langte daher die ſogenannte Uzel⸗
le aus Italien an, eine Abenteurerinn, die mit dem glänzendſten Erfolge ſchon verſchiedene Rollen ge⸗ ſpielt hatte. Ibre Schönheit war in der That be⸗ wunderungswürdig, und wurde nur von ihrer Liſt übertroſſen. Als einen kleinen Beweis hievon neh⸗
me man vorläufig an, daß die Zauberint auch in
Straßburg während des Fortganges der Unterſu⸗ chung eine obrigkeitliche Perſon zu feſſeln wußte. Noch ehe ſie ihr Urtheil empfing, war ſie auf eine unerklärliche Art aus dem Gefängniſſe verſchwunden.
Kaum hatte ſich das auserwählte Kleeblatt zu⸗ ſammengefunden, als die ſchlaue Buhlerinn einen Plan in Vorſchlag brachte, der allgemeinen Bey⸗ fall erhielt. Sie hatte ganz vor kurzem bey einem abgelebten italieniſchen Biſchof faſt eine ähnliche Betriegerey ausgeführt, und wenigſtens eine ſehr glänzende Garderobe mit davon gebracht. Der Haupt⸗ entwurf beſtand in nichts geringern, als den Prin⸗ zen mit einer verdammten Seele in eine Liebſchaft zu verwickeln, und ihn ſo zu umſtellen, daß er ſich bereitwillig finden laſſe, für deren Erlöſung nach und nach ungeheure Summen aufzuwenden. Die,
geößten Theils ſtumme Rolle des Teufels übernahm
Della Spina, weil dieſer, ſchon genauer mit dem Prinzen bekannt, leichter zu entdecken geweſen wä⸗ 5..
1


