Teil eines Werkes 
4. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

TA*

35 „Garſtiger!“— unterbrach ihn hier Fränzchen, und ſchlug ihn recht derb ins Geſicht—„iſt das der Dank?—— O recht betteln, recht zappeln ſollte man euch laſſen!“— fuhr ſie zu Ferdinanden, der nach ſeinem Syſteme auch das Seinige dabey dachte, gekehrt, trotzig fort—„aber glauben Sie ihm nicht, Ferdinand!—— Überdem war es drü⸗ ckend heiß!“

„»Natürlich, das bezeuge ich“— fuhr Heimfeld fort und rieb ſich den Backen—„Es war gerade der erſte November! Kurz, Fränzchen war damahls

das liebenswürdigſte Kind, das der Kindheit eben entflattern will! Wir gaukelten eine Weile in ſüßer Traulichkeit um einander herum; wir jagten einan⸗ der, bis wir außer Athem waren, ganz wie wir das ehemahls gethan hatten. Endlich konnte Fränze chen nicht weiter. Gerade auf dem Flecke, wohin ich nachher den Amor, der dem Schmetterling die Flügel verbrennt, habe ſetzen laſſen— Sie haben ihn ja wohl vielmahls geſehen— umfing ich ſie und hielt ſie mit beyden Armen zärtlich umſchlungen.“

„O fühlen Sie nur, wie mir warm iſt— ſag⸗ te ſie endlich, und legte mit der reitzendſten Unſchuld ihr Geſichtchen an meine Wange— 4

„O mir auch, mik auch“— ſagte ich zärtlich— „Fränzchen, wüßt' ich nur, ob du mir gut wärſt 2*

„Sie ſah mich freundlich an, und ſing an zu

lachen.„Ja“— ſagte ſie dann altklug—„wie mei⸗

nen Sie das? Meinen Sie nur ſo: auf ein Paar