Teil eines Werkes 
3. Theil (1815) Ausgewählte Erzählungen
Entstehung
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aber ein Morgenſchauer rauſchte durch die Zwei⸗ ge, Mariani trat aus ſeiner Zelle, und alles verſtummte.

Freundlich both der Einſiedler dem Juͤng⸗ linge zum Morgengruße die Hand, und dieſer, vom Wonneton der Hymenaͤen noch ergluͤhend, warf ſich mit hervorſtuͤrzenden Thraͤnen an Ma⸗ riani's Hals, und rief ſchluchzend aus:„O, Mariani! dem ich meinen Himmel, dem ich alles verdanke, laßt dieſe Sonne uͤber ein gluͤckliches Paar untergehen!“

„Meine Einwilligung hatteſt du laͤngſt, Ungeduldiger!“— antwortete der Greis mit Guͤte—„„die Prieſterweihe, welche ich empfing, gewaͤhrt mir die Freude, enern Bund ſelbſt zu heiligen; aber alles übrige kommt auf Medora, oder vielmehr, wie ſie ſich uͤberredet hat, auf eine innere, ihr rathende Stimme an.“*.

„O mangelt nur Medoras Einwilligung“ — verſetzte Henarez entzuͤckt—„ſo bin ich der Gluͤcklichſte; denn eben vernahm ich dort von der Hoͤhe einen Geſang“— 4

Mariani laͤchelte unglaublich, nahm aber ſein Wort nicht zuruͤck..

„Geh' denn hin, mein Sohn!“— ſagte er —„zu der jungfraͤulichen Braut, von der du ſo ſicher baldige Gewaͤhrung hoffeſt, gehe denn. hin zu der ſittigen Irene⸗ und verſuche dein Gluͤck.