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Fanchon.
Mein freundlicher Begleiter hatte kaum Li⸗ monade beſtellt, die uns das flinke Braͤunchen unter eine hohe Platane brachte, als er die Neugier, welche deutlich genug auf meinem Ge⸗ ſichte gezeichnet ſeyn mochte, zu befriedigen eilte.
„Dieſe, jedes Herz an ſich ziehende Schoͤne,⸗
— fing er an—„die ſie hoffentlich nicht bloß an
der Perlenſchnur an Haar und Arme fuͤr die Ge⸗ bietherinn erkannten, nennt ſich Fanchon, und gilt fuͤr die Tochter jener Altmutter. Die ganze
Familie iſt vor kurzem, wie vom Himmel herab
geſunken, hier zum Vorſchein gekommen, und ſchon ſpricht Alles, was auf Gefuͤhl und Geſchmack Anſpruch macht, mit Entzuͤcken von dem reizen⸗ den Eismaͤdchen!“—
„Wahrlich, eine ſchlau berechnete Specula⸗ tion!“— erwiederte ich, von meiner vorigen Begeiſterung ein wenig abgekuͤhlt—„Kein Wun⸗
der, wenn die Neuheit, die Abenteuerlichkeit,
die Romantik des Plans, dieſe verfuͤhreriſche Circe mit einem ganz eigenen Nimbus umgibt. Aber Schade, daß dieſe— ſo duͤnkt es mich ſelbſt — wahrhaft himmliſchen Reize“——
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