236 St. Oraus⸗Kloſters fuͤr heute zu beſehen, eilte man wieder nach Hauſe.“
„Als wir hier angelangt waren, ſuchten die Damen Malvina vorſichtig auszufragen, was ihr begegnet ſey? Es koſtete Muͤhe, ihr dieß zu ent⸗ locken; doch ließ ſie ſich endlich dazu bewegen.“
„Nun ja“— ſagte ſie ſanft— pich will ihnen gerne alles erzaͤhlen, ſo gut ich es kann. Aus Beſorgniß um die allzu kuͤhnen Maͤnner, ſah ich ihnen lange nach, und ließ mich zuletzt ſogar ge⸗ luͤſten, ihnen auch einige Schritte nachzugehen. Auf einmahl hoͤrte ich abwechſelnde Toͤne, bald keiſe und lieblich, wie das Lied des ſterbenden Schwanes, bald hohl und ernſt, wie das Brauſen einer entfernten Orgel. Zugleich bemerkte ich in weiter Ausſicht einen Schimmer, der ſich in den Kriſtallzacken der Decke tauſendfarbig brach. Die Muſtk war zu ſuͤß, die Beleuchtung zu wunder⸗ bar; ich ging weiter, und ſah ein Licht, das, ohne zu verloͤſchen, auf dem Waſſer ſchwamm.“
„Vermuthlich die kleine Kerze”— fiel einer der Männer ein—„die wir auf ein Bret befe⸗ ſtigten, um ſie unter den Felſen hervor kommen zu ſehen*.
„Es iſt möglich“— fuhr Malvina fort—
„ich weiß daruͤber keine Auskunft zu geben. Ich
olgte immer der mich lockenden Muſik, und ging orſichtig neben dem Fluͤßchen. Der Weg wurde
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