— 3 dasjenige zu verweiſen, was Sohnespflicht und Mannſinn jetzt von ihnen erheiſche. Mit verein⸗ ten Kraͤften bemuͤheten ſich beyde, die faſt ange⸗ bethete Mutter unvermerkt ihrem Gram zu ent⸗ fuͤhren.
Der Burggraͤfinn entging dieſe kindliche
3 Vorſorge nicht, und ihr großes Herz forderte ſie
nicht bloß zu ſtiller Erkenntlichkeit, ſondern auch zu thaͤtiger Vergeltung auf. Was ihr im Anfange nur mit vieler Anſtrengung gelang, gluͤckte bald beſſer, glückte bald vollſtaͤndig; auch ſie erfuhr es an ſich, daß ein maͤchtiger Wille ſich uͤber das Schickſal erhebt. Seldſt in den Stunden der Einſamkeit rich⸗ tete ſie alle ihre Gedanken auf die liebevolle Treue dieſer Soͤhne, auf die viel verſprechende Bluͤthe ihrer Jugend, auf den Adel ihrer Geſin⸗ nungen, auf ihre faſt beyſpielloſe bruͤderliche Ein⸗
tracht, und troͤſtende Hoffnung bemeiſterte ſich
wieder eines Herzens, das durch ſo wiederhohlte
Pruͤfungen fuͤr jede heitere Empfindung voͤllig ab⸗
geſtumpft ſchien. Doch nicht lange konnte dieſe, ſte aufrichtende
Gegenwart der geiſt⸗ und muthvollen Juͤnglinge
dauern. So natuͤrlich es war, daß die Graͤfinn mit aller Staͤrke muͤtterlicher Zaͤrtlichkeit an die⸗ ſen letzten Zweigen ihrer Familie hing; ſo gebie⸗ theriſch forderte auch die Nothwendigkeit abermah⸗
iigs lange Trennung. Damahls war es allgemeine


